DRK und Stefan-Morsch-Stiftung suchen Lebensretter für Tony

Blutspende und Typisierung: Dienstag, 8. August, 16 bis 20 Uhr, kann jeder junge Erwachsene in der Goldberghalle in Gensingen Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke leisten 

Vor wenigen Wochen war das Leben von Tony und Rita aus Gensingen noch in Ordnung. Das Haus, der Garten und die Familie bestimmten das Leben der beiden. Doch dann kam bei einer Routine-Untersuchung heraus, dass Tony an Leukämie erkrankt ist. Schon am nächsten Tag bekam er die erste Chemo und Rita pendelt zwischen ihrer Arbeitsstelle und der Uniklinik in Mainz täglich hin und her. Jetzt startet das DRK zusammen mit der Stefan-Morsch-Stiftung eine Hilfsaktion: Gesucht werden Blut- und mögliche Stammzellspender. Der Termin: Dienstag, 8. August, 16 bis 20 Uhr, Goldberghalle, Alzeyerstr. 21, in Gensingen.

 

Die meisten Blutspenden bekommen Krebspatienten wie Tony aus Gensingen. Das hängt unter anderem mit der modernen Chemotherapie zusammen. Die „Chemo“ wie sie auch der 60jährige Rentner gerade bekommt, führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden kompletten Unterdrückung der körpereigenen Blutbildung im Knochenmark. Daher sind Patienten in diesen kritischen Behandlungsphasen auf lebenswichtige Blutübertragungen angewiesen. So helfen Blutspenden auch über die Wartezeit hinweg, die es dauert, um im Ernstfall – wenn die Chemotherapie nicht anschlagen sollte – einen passenden Stammzellspender für Tony zu finden.

Deshalb arbeiten das DRK in Gensingen und die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands erste Stammzellspenderdatei, hier eng zusammen: Jährlich erkranken allein in Deutschland rund 11 000 Menschen an Leukämie. Wenn die „Chemo“ nicht ausreicht, um den Blutkrebs zu besiegen, ist die Transplantation von Knochenmark oder Blutstammzellen eines gesunden Spenders für die Patienten die letzte Hoffnung auf Heilung. Deshalb kann jeder Blutspender mit der Typisierung gleich zweimal zum Lebensretter werden. Unter dem Motto „1 mal Stechen, 2 mal Helfen“ bekommen Blutspender, die sich typisieren lassen wollen, einfach ein Röhrchen Blut (knapp einen Fingerhut voll) zusätzlich abgenommen. Dieses Röhrchen geht dann zur Analyse ins Labor der Stefan-Morsch-Stiftung. Die Gewebemerkmale werden dort registriert und anonymisiert an das deutsche Zentralregister der ZKRD in Ulm weitergegeben, wo sie für weltweite Suchanfragen zur Verfügung stehen.

Als Stammzellspender kann sich jeder gesunde Erwachsene ab 18 Jahre bis 40 Jahre kostenlos registrieren lassen. Mit dem Einverständnis der Eltern kann man sich bereits ab 16 Jahren typisieren lassen. Die Eltern sollten dann die Einverständniserklärung mit unterschreiben. Über die Ausschlusskriterien kann man sich im Vorfeld unter www.stefan-morsch-stiftung.de informieren. So muss man mindestens 50 Kilo wiegen, ähnlich wie bei der Blutspende.

Bei der Blutspende sind jedoch die Altersgrenzen anders. Denn hier muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Neuspender dürfen nicht älter als 68 Jahre sein. Rita und Tony hoffen, dass sich in ihrem Leben bald wieder alles um Haus, Garten und Familie dreht. Zumal er es sich in den letzten 2 Jahren zu seiner Hauptaufgabe gemacht hat, sich als liebevoller Opa um seine vierjährige Enkelin zu kümmern. Zusammen mit dem DRK Blutspendedienst und der Stefan-Morsch-Stiftung hofft man, dass am 8. August viele Menschen aus dem Kreis Bad Kreuznach und Umgebung zur Blutspende nach Gensingen kommen und 2 Mal helfen: Blut spenden und sich als Stammzellspender registrieren lassen. Denn Patienten wie Tony und die vielen anderen Leukämie-und Tumorpatienten brauchen Hilfe.

 

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz in Birkenfeld ist die älteste Stammzellspenderdatei Deutschlands. Unter dem Leitmotiv “Hoffen – Helfen – Heilen“ bietet die gemeinnützige Stiftung seit 1986 Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke. Hauptziel der Stiftung ist, Menschen zu werben, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen. So werden täglich Stammzell- oder Knochenmarkspender aus der stiftungseigenen Spenderdatei von mehr als 450 000 potentiellen Lebensrettern weltweit vermittelt. Die Stiftung ist Mitglied der Stiftung Knochenmark- und Stammzellspende Deutschland (SKD).                

 

 

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