Berlinale spiegelt den Zeitgeist und setzt starkes Zeichen !

Internationale Filmfestspiele Berlin 2017 – eine Bilanz für „Meine Stadt Bad Kreuznach“ von Jürgen Prinz und Peter Huth

Berlin. Bei der Berlinale, dem größten internationalen Filmfestival spielte 2018 besonders eines der aktuellen Themen, die Debatte um #MeToo eine unübersehbare Rolle. Zwar gab es keinen Film über Weinstein und Co., aber Macht und (sexueller) Machtmissbrauch, Ausgrenzung und Diskriminierung standen immer wieder im Fokus. Kulturstaatsministerin Monika Grütters forderte eine offene Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch hinter den Kulissen. „Angst und Schweigen waren viel zu lange stillen Komplizen. Es ist gut, dass damit Schluss gemacht wird und dass sich nun vermehrt Frauen und auch Männer zur Wehr setzen“, erklärte sie. „Wir brauchen hier einen Kulturwandel, an dem alle mitwirken!“ Mit etlichen Veranstaltungen setzte die Berlinale in der MeToo-Debatte um Missbrauch in der Filmbranche eindeutige Zeichen.

Zahlen und Daten : Auf der 68. Berlinale waren vom 15. bis 25. Februar insgesamt 385 Filme zu sehen, darunter 110 Produktionen mit deutscher Beteiligung. Im Wettbewerb konkurrierten 19 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, darunter erfreulicherweise gleich vier deutsche. 5 weitere internationale Weltpremieren „ausser Konkurrenz“ komplettierten den Wettbewerb. Mit mehr als 300.000 verkauften Eintrittskarten ist die Berlinale das größte Publikumsfilmfestival der Welt. Die Festspiele haben einen Gesamtetat von 24 Mio. Euro und werden institutionell mit 7,7 Mio. von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

 

Die Bären-Gewinner : Zur Überraschung der meisten Berlinale Besucher (uns eingeschlossen) wurde der rumänische Wettbewerbsfilm TOUCH ME NOT von Adina Pintilie mit dem „Goldenen Bären“ als bester Film der Berlinale 2018 ausgezeichnet. Pintilies umstrittene distanzlose Doku ist eine Geiselnahme, die Geisel ist das Publikum. Dieser Film versprach, im schlimmsten Fall eine Strapaze zu werden, und er löste sein Versprechen ein. Es ist kein Film im klassischen Sinn, eher ein Experiment, in dem der menschliche Körper erforscht wird. Genauer: Intimität und Nacktheit. Von Menschen, die gerade nicht die schönsten Körper und wohl auch deshalb Angst vor Berührung haben. Ein Film über Scham und deren Überwindung. Ein Film, der an Grenzen geht – und darüber hinaus. Und deshalb bei vielen auf Ablehnung stieß. Dieser Film gehörte eigentlich nicht in den Wettbewerb, denn ihm fehlt das Wesentliche der Kunst: Distanz. Der junge Mann mit den wimpernlosen Augen hat mit 13 Jahren durch eine Krankheit seine Haare verloren; er sagt, es sei, als trage man eine Maske weniger. „Touch Me Not“ greift das freudig auf. Werft die Masken weg! Ist das der Weg? Ein therapeutischer ganz sicher, aber nicht mehr. So bleibt es wohl auch fraglich, ob dieser Film überhaupt einen deutschen Filmverleih finden wird. Darüberhinaus und zu allem Überfluß erhielt dieser Film auch noch den mit 50.000 Euro dotierten Preis für den „Besten Erstlingsfilm“.

 

Gleich zwei „Silberne Bären“ heimste der paraguayanische Film „Las Herededas (Die Erbinnen)“ von Marcelo Martinessi ein. Zum einen den Alfred-Bauer-Preis für einen „Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet“ (was für uns nicht zu erkennen war) sowie für Ana Brun als „Beste Darstellerin“. Die stille Emanzipationsgeschichte um ein älteres lesbisches Paar, zeichnet das distanzierte Bild eines Landes im Wandel und macht die Entfremdung der Protagonistin Chela spürbar. Die hat mit der extrovertierten Chiquita ihr Erbe durchgebracht und muss nun lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Ein leises Drama mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin, die ihre Figur langsam zum Leben hin öffnet. Nicht unsere erste Wahl, dennoch akzeptabel.

 

Mit dem „Silbernen Bären“ als Großen Preis der Jury wurde die polnische Regisseurin Małgorzata Szumowska ausgezeichnet. In ihrer bösen Gesellschaftssatire „Twarz (Visage)“ legt sich ein Heavy-Metal-Fan mit der  katholischen Kirche an. Jacek hat große Pläne. Er will nach England abhauen, statt in dem Kaff, in dem Xenophobie, Homophobie und Katholizismus eine hässliche Verbindung eingehen, zu versauern. In der Gegend entsteht gerade – in einem Anflug von provinziellem Größenwahn – die höchste Christus-Statue der Welt. Der Dorfbevölkerung stiftet die Großbaustelle Seelenheil und Arbeitsplätze. Hier verdient sich auch Jacek Geld für seine Fluchtkasse. Einzige Komplizin ist seine Schwester, deren fetter Ehemann auf Familienfeiern rassistische Witze zum Besten gibt. Der Irrsinn, der sich momentan in Polen abspielt wird sichtbar. Nebenbei erfährt man , dass aktuell in Polen noch immer 130 lizensierte Teufelsaustreiber ihr Unwesen treiben.

 

Den „Silbernen Bären“ für die Beste Regie erhielt US Regisseur Wes Andersen für sein neues Werk „Isle of Dogs“, mit dem erstmals in der Berlinale-Geschichte das Festival mit einem Animationsfilm eröffnet wurde. Er erzählt in Stop-Motion-Tricktechnik die fiktive Geschichte von Atari Kobayashi, dem 12-jährigen Pflegesohn des korrupten Bürgermeisters Kobayashi. Als durch einen Regierungserlass alle Hunde der Stadt Megasaki City, die von einer Seuche befalllen wurden, auf Trash Island eine riesige Mülldeponie verbannt werden, macht sich Atari allein auf den Weg, um die Hunde zu retten. Nach „Der fantastische Mr. Fox“ ist dies Wes Andersons zweiter Animationsfilm. Wieder erschafft der Regisseur ein detailreiches Universum, das seine ganz eigenen Wirklichkeiten und Gesetze entwickelt. Auch wenn böse Schurken auftreten und die Vierbeiner brutal jagen, bleibt der Film eine Fabel, die uns mit den wesentlichen existentiellen Fragen konfrontiert : Wer sind wir? Und wer wollen wir sein ? Bill Murray, der im Film einen der Hunde synchronisiert, nahm bei der Preisverleihung den Regie-Preis stellvertretend für Wes Anderson entgegen. Augenzwinkernd mit einem abgwandelten Kennedy-Zitat : „Ich bin ein Berliner Hund“.

Den „Silbernen Bären“ als bester Darsteller erhielt der französische Nachwuchsstar Anthony Bajon. Damit würdigte die Jury seine Interpretation des 22-jährigen drogensüchtigen Thomas im französischen Drama „La prière (Das Gebet)“ von Cédric Kahn. Einmal mehr eine für uns völlig unverständliche  Entscheidung der Jury. Diesen Preis hätte Franz Rogowski, der deutsche „Shooting-Star“ der diesjährigen Berlinale, erhalten müssen, zumal er in gleich zwei herausragenden deutschen Wettbewerbsbeiträgen, in „Transit“ und „In den Gängen“,  als Hauptdarsteller brilliert. Ärgerlich.

 

Die Jury : Unter dem Vorsitz des renommierten deutschen Regisseurs Tom Tykwer hatte eine 6köpfige Internationale Jury über die Vergabe des Goldenen und der Silbernen Bären zu entscheiden. Tykwer hatte sich zu Beginn der Berlinale „wilde und sperrige“ Filme gewünscht. Es scheint, als ob er sie mit seiner Jury konsequent gesucht hätte. Sie wollten, so begründet der Präsident die Entscheidungen der Jury – und es klingt fast wie eine Entschuldigung –, nicht nur auszeichnen, „was Kino kann, sondern auch, wo es hingehen kann.“ Da hat die Jury nach unserer Meinung etwas nicht ganz verstanden: Für Innovationen und neue Perspektiven hat man doch eigens den Alfred-Bauer-Preis eingeführt. Am Ende des Festivals bleibt ein großes Befremden und Ratlosigkeit über wenig nachvollziehbare Preisvergaben.

Kein einziger Bär für irgendeine deutsche Leistung, wo es in diesem Jahr doch so viele starke gab wie selten. Das werden die heimischen Kollegen dem Jury-Präsidenten wohl nicht zu Unrecht krummnehmen. Da darf man sich nicht wundern, wenn engagierte arrivierte Filmemacher ihre Filme künftig nicht mehr in Berlin präsentieren.

 

Unsere Empfehlung – Die deutschen Filme im Wettbewerb :

„Transit“ von Christian Petzold ist die Verfilmung des berühmten autobiografischen Romans von Anna Seghers. Georg ein junger Deutscher, brillant gespielt vom europäischen Shootingstar 2018 Franz Rogowski, ist auf der Flucht vor den Nazionalsozialisten und landet in Frankreich. Unter falscher Identität schlägt er sich durch bis nach Marseille, der Hafenstadt am Rande Europas, dem Tor zur Freiheit mit der Hoffnung auf eine Schiffspassage ins rettende Exil. Eine Odyssee wie sie auch die Schriftstellerin Anna Seghers erlebt hat. Ihre Erzählung aus der Nazizeit, verlegt Regisseur Petzold ins heute und schafft mit diesem raffinierten Kunstgriff eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Nicht gehen können aber auch nicht bleiben, denn blieben darf nur wer beweisen kann, dass er wieder gehen wird. Eine absurde Welt, mit der Petzhold den Nerv der Romanvorlage trifft. Die diffuse Erfahrung der Angst vor Entfremdung, die er mit kunstvollen Bildern in Szene setzt. Eine starke Literaturverfilmung und zugleich ganz nah an unserer Zeit. Einer der Höhepunkte im Wettbewerb, der mindestens einen, wenn nicht sogar den „Goldenen Bären“ verdient gehabt hätte. Er wurde von der Jury ignoriert. Die Kinobesucher können sich dennoch freuen, der Film wird ab 05.04. 2018 in den deutschen Kinos zu sehen sein.

 

„3 Tage in Quiberon“ von Emily Atef : Robert Lebecks Bilder von Romy Schneider gingen um die Welt. Sie fangen das widersprüchliche Wesen der Schauspielerin ein, ihre Ausgelassenheit, ihre Melancholie, ihren Schmerz. Lebeck machte auch die Fotos für das legendäre Interview, das Romy Schneider 1981 in Quiberon dem „Stern“-Reporter Michael Jürgs trotz schlechter Erfahrungen mit der deutschen Presse gab. In den bretonischen Kurort hatte sie sich zur Erholung zurückgezogen. Ihre langjährige Freundin Hilde leistete ihr Gesellschaft. Das Interview und die Schwarz-Weiß-Fotos sind die Grundlage für Emily Atefs´Film, der die besondere Atmosphäre jener Tage einfängt, in denen sich Romy Schneider bis zur Schmerzgrenze öffnet. Marie Bäumer wollte nie Romy Schneider spielen, zumindest nicht die Ikone. Den Zugang fand sie erst auf der Suche nach dem Menschen Romy Schneider und ihrem Wunsch verstanden zu werden. Es ist nicht nur ihre verblüffende Ähnlichkeit, sie verkörpert ebenso grandios die Widersprüche einer sensiblen Frau. Voller Extreme ganz oben oder ganz unten, nichts dazwischen um ein normales Leben zu führen, nachdem sich Romy Schneider sehnte. Ein bewegender Film mit großartigen Bildern und einer Hauptdarstellerin, die den „Silbernen Bären“ verdient gehabt hätte (Kinostart am 12.04.2018).

 

„In den Gängen“ von Thomas Stuber : Großmärkte sind „Unorte“, lange Gänge, Paletten wohin man blickt. Doch „In den Gängen“ erzählt von großen Gefühlen zwischen Dosensuppen und Kühlregalen. Der Großmarkt als Mikrokosmos. Jeder Gang bietet hier seine eigene kleine Welt, mit seinen Abläufen  und seinen Typen. Im Film entsteht eine zarte schüchterne Liebe zwischen Marion aus der Süßwarenabteilung und Christian, dem neuen verschlossenen Kollegen aus der Getränkeabteilung. Regisseur Thomas Stuber hat eine Geschichte des Leipziger Schriftstellers Clemens Meyer verfilmt und mit Berlinale-Shooting Star Franz Rogowski und Sandra Hüller dafür begnadete Schauspieler gewonnen. In den Gängen ist Liebesgeschichte und Milieu-Studie zugleich, spielt unter Menschen, die nicht viel Glück gehabt haben im Leben, an einem Ort, der nicht zu großen Träumen einlädt. Chrsitian hat eine schwierige Vergangenheit hinter sich, jetzt versucht er wieder Fuss zu fassen. Bruno arbeitet Christian ein, wird nach und nach zu einem väterlichen Freund. Alles in dem Film passiert auf eine leise Art. Große Gefühle, große Themen, Liebe, Einsamkeit und Verlust. Das Entstehen von Freundschaft und Gemeinschaft. Der Film braucht keine großen Worte, um davon zu erzählen. Stattdessen nimmt er sich Zeit für Beobachtung, ist voll von feinem Humor und hat vor allem eine große Zuneigung zu seinen Figuren. Man fiebert mit bei der Suche nach dem stillen kleinen Glück. Der Abschlußfilm im Wettbewerb wurde von vielen Kritikern für den „Goldbären“ favorisiert. Doch auch für ihn gab es leider keine Belohnung der Jury. Dafür erhielt er den Preis der Ökumenischen Jury und der Gilde deutscher Filmkunsttheater (Kinotart am 24.04.2018).

 

Der (für uns) wichtigste Film der Berlinale : UTOYA 22. JULI von Erik Poppe. Am 22. Juli 2011 wurden fünfhundert Jugendliche in einem Sommercamp auf der Insel Utøya von einem schwer bewaffneten, rechtsextremistischen Attentäter überfallen. Die mörderische Attacke forderte 69 Todesopfer – ein Trauma, das Norwegen bis heute tief erschüttert. Regisseur Erik Poppe wagt den Versuch, das Geschehen in einem Spielfilm zu fassen. Nach dokumentarischen Anfangsszenen aus Oslo, wo derselbe Attentäter kurz zuvor eine Autobombe gezündet und acht Menschen in den Tod gerissen hatte, führt der Film direkt auf die Insel. Die Kamera begleitet die 19-jährige Kaja, die hier mit ihrer jüngeren Schwester Emilie ein paar Ferientage verbringt. Plötzlich ist der erste Schuss zu hören. Mit diesem Schuss beginnt eine 72 Minuten lange, in einer einzigen Einstellung gedrehte, aus der Perspektive der Opfer inszenierte, atemlose Rekonstruktion der Vorgänge. Kajas verzweifelte Suche nach Emilie. Die Angst in den Augen der Jugendlichen. Die Flucht in den Wald. Die Hoffnung auf Rettung.

 

Kann man aus dem Anschlag auf der norwegischen Insel Utøya, einer nationalen Tragödie, einen Spielfilm machen? Ja, man muss es sogar, so die Haltung von Regisseur Erik Poppe. Er nimmt in seinem Film die Perspektive der Opfer ein – und warnt vor einem Erstarken des Rechtsextremismus. Für den Regisseur war es genau der richtige Zeitpunkt, die schrecklichen Ereignisse von Utøya zu verfilmen: „Wenn es nicht mehr weh tut, diesen Film anzuschauen, dann ist es zu spät.“ In einem ausschließlich mit Amateurdarstellern besetzten Cast macht das sensationelle Spiel der Hauptdarstellerin Andrea Berntzen die Extremsituation in jeder Sekunde emotional nachspürbar. Das Leid der Opfer von Utøya wird nicht spekulativ ausgebeutet, es wird der Vorstellungskraft nur so nahe gebracht, wie es einer Kamera eben möglich ist. Ein großartiger tief bewegender Film, der sich still vor den Opfern verneigt.

 

Glanz & Glamour : Auch in diesem Jahr hatte das Festival wieder ordentlich Star-Power zu bieten : Bill Murray, Robert Pattinson, Joaquin Phoenix, Daniel Brühl, Colin Firth, Tilda Swinton, Greta Gerwig, Isabelle Huppert und u.v.a. präsentierten ihre neuen Filme und zauberten einen Hauch von Hollywood auf den roten Teppich des Berlinale Palastes. Getopt nur noch vom irischen Songwriter Superstar Ed Sheeran, der am Finaltag der Berlinale zur Premiere des Dokumentarfilms „Songwriter“ angereist war. Gedreht von seinem Cousin Murray Cummings, begleitet der Film den bescheidenen Star in seinem kreativen Prozess und zeigt, wie aus dem Nichts ein Lied entstehen kann, das Millionen begeistert. Die Fans konnten es kaum erwarten und feierten ihn mit dem gebührenden „Kreischalarm“ auf dem roten Teppich des Friedrichstadtpalastes.

 

Berlinale Classics : Bereits seit 2013 präsentieren die Festspiele Weltpremieren von digital restaurierten Filmklassikern in der Sektion „Berlinale Classics“. Eröffnet  wurde die Retrospektive in diesem Jahr mit der Aufführung des Stummfilmklassikers Das alte Gesetz von E.A. Dupont aus dem Jahr 1923. Das alte Gesetz gilt als eines der wichtigsten deutsch-jüdischen Filmproduktionen der Weimarer Republik. Der Film kontrastiert die in sich gekehrte Welt eines osteuropäischen Schtetls mit dem liberalen Wien der 1860er Jahre und thematisiert die Assimilation der Juden im Europa des 19. Jahrhunderts. Dank der Zusammenarbeit von Deutscher Kinemathek, ZDF und Arte konnte er in mühevoller Arbeit vollständig wiederhergestellt werden.  Dazu hat der französische Komponist Philippe Schoeller eine neue Musik komponiert. Bei seiner Premiere im prächtigen Friedrichstadtpalast wurde der Film live begleitet vom Münchener Orchester Jakobsplatz unter der Leitung von David Grossmann. Für uns einmal mehr ein absolutes Highlight der Berlinale 2018.

 

Goldener Ehrenbär für Willem Dafoe : Last but not least. Ehre wem Ehre gebührt. Mit einer umfassenden Hommage wurde in diesem Jahr der amerikanische Film- und Theaterschauspieler Willem Dafoe mit dem „Goldenen Ehrenbären“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Willem Dafoe hat in mehr als 100 Produktionen mitgewirkt und sie mit seinem ausdrucksstarken Spiel und seiner beeindruckenden Präsenz bereichert. Seine immense schauspielerische Bandbreite reicht von der Darstellung des abgründigen Bösen bis zur Rolle des Jesus von Nazareth. Neben seinen vielbeachteten Auftritten in Filmen ist das Theater Dafoes eine weitere berufliche Leidenschaft. Ab März wird Willem Dafoe mit seinem neuen Film „The Florida Project“ in den deutschen Kinos zu sehen sein. Hier spielt er einen fürsorglichen Hausmeister einer Motelanlage am Rande der Glitzerwelt von Disneyland Orlando. Hier leben Menschen in Armut, sind erwerbslos oder arbeiten unter prekären Bedingungen. Ein Blick auf eine „weisse“ Bevölkerungsschicht, die sich in den USA zurückgelassen fühlt. Für diese Rolle ist er aktuell für den Oscar als „Bester Nebendarsteller“ nominiert. Drücken wir diesem überaus sympathischen Schauspieler die Daumen, dass er in diesem Jahr diese Auszeichnung erhält. Verdient hätte er es allemal.

Die  Preise der Internationalen Jury im Überblick :

Goldener Bär für den Besten Film

Touch Me Not von Adina Pintilie

 

Silberner Bär – Großer Preis der Jury

Twarz (Mug) von Małgorzata Szumowska

 

Silberner Bär Alfred-Bauer-Preis für einen Spielfilm, der neue Perspektiven eröffnet
Las herederas (The Heiresses) von Marcelo Martinessi

 

Silberner Bär – Beste Regie

Wes Anderson für Isle of Dogs (Isle of Dogs – Ataris Reise)
Silberner Bär – Beste Darstellerin

Ana Brun in Las herederas (The Heiresses) von Marcelo Martinessi

 

Silberner Bär – Bester Darsteller

Anthony Bajon in La prière (The Prayer) von Cédric Kahn

 

Silberner Bär – Bestes Drehbuch

Manuel Alcalá und Alonso Ruizpalacios für Museo (Museum) von Alonso Ruizpalacios

 

Silberner Bär für eine Herausragende Künstlerische Leistung

Elena Okopnaya für Kostüm und Production Design in Dovlatov von Alexey German Jr.

 

Weitere Infos unter www.berlinale.de

 

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